… die unglaublichen Abenteuer des Herrn Öseblöm –
und seiner Freunde …

Schlechte Nachrichten

»Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Tag?!«

Dann wollen wir den jetzt mit einer schönen Geschichte zu Ende gehen lassen. Und am besten schafft man das natürlich … im Bett. Daher huscht nun ganz schnell unter Eure Decke und macht es Euch so richtig gemütlich. Schließt bitte die Augen und gebt fein acht. Könnt Ihr die kleine Betty schon hören? Ihr müsst gut aufpassen, denn das kleine Eichhörnchen überbrachte schlechte Nachrichten …

»Schlechte Nachrichten?«, fragte Balthasar. »Was ist passiert?«

»Und wo ist Amira?«, wollte Mallewutz wissen.

Die Freunde waren ganz aufgebracht. Auch Dalin, der Zwerg, schien nervös zu werden. Es gefiel ihm gar nicht. Öseblöm war nicht da und jenseits des hohen Berges gab es ein Problem. Außerdem hatte er nichts zum Mittagessen aufbereiten können, weil das knochige Gestrüpp, das sich für einen freundlichen Busch hielt, ihn unbedingt »retten« musste.

»Wir müssen zuerst etwas essen«, knurrte er, stand auf und verschwand in die Küche.

»Ich muss unbedingt zu Öseblöm«, sagte Betty. »Wo kann ich ihn finden?«

»Das wissen wir nicht«, antwortete Mallewutz. »Ich vermute, er ist wieder im Mühldorf, aber genaues hat er uns nicht gesagt.«

»Aber das Mühldorf ist viel zu weit weg von hier«, meinte Balthasar.

»Jedenfalls für uns!«, fügte Kreszenz hinzu. »Mit Amira, ja, da könntest Du ihn vielleicht finden. Aber so allein wirst Du vermutlich zwei bis drei Tage brauchen, um dort anzukommen. Warten wir lieber bis heute Abend, dann ist er bestimmt wieder zurück.«

»Wo ist denn jetzt Amira?«, bohrte Mallewutz weiter.

»Amira ist wieder zurück«, erklärte Betty. »Sie sucht Don Carlos …«

»Sie hatte mich gebeten, zusammen mit Öseblöm zurückzukehren. Wir hätten den Weg durch den hohen Berg nehmen sollen. Sie wollte auf der anderen Seite auf uns warten.«

»Was ist überhaupt geschehen?«, fragte Kreszenz, der sich immer noch keinen Reim auf das alles machen konnte.

»Pepe sucht auch schon«, antwortete Betty.

Das kleine Eichhörnchen war sichtlich aufgeregt und es fiel ihm schwer, einen klaren Gedanken zu fassen.

»Nur Öseblöm kann uns helfen. Schließlich ist er ja auch schuld an der ganzen Sache.«

»Öseblöm soll schuld sein an was?«, wollte Balthasar wissen.

»Öseblöm ist unschuldig«, meinte Mallewutz eingeschnappt. »Schließlich war er ja die ganze Zeit über hier bei uns.«

»Das stimmt so aber nicht«, widersprach Dalin, der gerade in der Verandatür stand und die letzten Worte aufgeschnappt hatte.

»Lasst uns jetzt erst eine Kleinigkeit essen«, schlug er vor und begann den Tisch zu decken. »Auch wenn es keine warme Mahlzeit ist, so sollt ihr nicht mit leerem Magen über Probleme brüten.«

»Wieso stimmt das nicht?«, knurrte Mallewutz beleidigt.

»Nun ja«, erklärte Dalin. »Tagsüber war Öseblöm immer auf Reisen. Nur abends war er hier bei uns. Wenn wir ehrlich sind, können wir nicht sagen, was er tagsüber gemacht hat, oder?«

»Ach Du!«, murrte Mallewutz. »Öseblöm würde nie jemandem etwas Böses tun!«

»Das glaube ich auch, mein Freund«, entgegnete Dalin, und lud mit einer freundlichen Geste zu seiner Brotzeit ein.

Am späteren Nachmittag kamen Kalle, Malle und Dralle von ihrer Arbeit heim. Sie staunten über den Besuch und noch mehr staunten sie über die knochige Stimme unter der Veranda. In der Zwischenzeit war es nicht möglich, aus dem aufgebrachten Eichkätzchen weitere Einzelheiten herauszubringen. Irgendwie klang alles wirr.

Es war Kalle, dem es gelang ein wenig Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Nachdem er sich kurz gewaschen hatte, nahm er auf der langen Bank Platz und nahm das kleine Eichhörnchen auf den Arm. Er fuhr der noch immer ganz aufgebrachten Betty zärtlich über den Rücken und nach einiger Zeit beruhigte sich die Kleine.

»Amira sucht also nach Don Carlos«, wiederholte er.

Betty nickte nur.

»Was ist denn mit unserem Freund?«

Jetzt platzte es aus der Kleinen heraus: »Don Carlos ist verschwunden!«

»Aber das ist doch für einen Adler nicht ungewöhnlich«, versuchte Kalle das vor Aufregung zitternde Eichhörnchen zu beruhigen. »Adler können schon mal mehrere Tage unterwegs sein. Der ist sicher nur auf der Jagd und bald wieder zurück.«

»Das ist ja das Problem!«, rief Betty. »Don Carlos jagt nicht mehr. Er hat seit Wochen nichts mehr gefressen. Amira macht sich große Sorgen und jetzt ist er verschwunden. Nur Öseblöm kann ihm helfen.« – »Dann wollen wir mal hoffen, dass unser Wanderer wieder zurückkommt«, bemerkte Dalin und auf seiner Stirn bildeten sich Sorgenfalten.

Für Euch, liebe Kinder, ist es jetzt an der Zeit, ins Traumland zu reisen … Darum heißt es wieder:

»Gute Nacht und träumt recht schön, schon morgen wird es weiter gehen.«